Schweiz sucht 85.000 Fachkräfte: Gehälter zwischen 3.500 und 6.500 Euro – diese Berufe stellen ein

Schweiz will 85.000 Fachkräfte aus dem Ausland anwerben
Schweiz will 85.000 Fachkräfte aus dem Ausland anwerben

Die Schweiz hat seit 2020 ein anhaltendes Problem: zu wenige qualifizierte Arbeitskräfte. Um dem entgegenzuwirken, plant das Land, 85.000 Talente aus dem Ausland zu rekrutieren. Ziel sind sowohl erfahrene Fachleute als auch junge Absolventen – verteilt über das ganze Land mit vielen verschiedenen Möglichkeiten.

Warum die Rekrutierung für 2023 eilt

Die Notwendigkeit, international zu werben, wird durch eine alarmierende Projektion untermauert: Der Fachkräftemangel könnte bis Ende 2023365.000 Personen erreichen. Besonders kritisch ist die Lage im Gesundheitswesen, wo ein Viertel der Ärzte über 60 Jahre alt ist. Gefragt sind Ärzte, qualifizierte Handwerker, Chauffeure, Informatiker und Ingenieure – die Liste ist lang und der Bedarf dringend.

Auch finanziell lohnt sich ein Blick: Monatsgehälter liegen zwischen 3.500 € und 6.500 €, je nach Position und Branche. Für Grenzgänger (Personen, die in Frankreich wohnen und in der Schweiz arbeiten) sind die Lebenshaltungskosten oft niedriger, was das Schweizer Gehalt zusätzlich attraktiv macht.

In welchen Branchen gesucht wird

Mehrere Sektoren melden großen Personalbedarf. Im Gesundheitswesen suchen Krankenhäuser und Kliniken vor allem Ärzte und medizinisches Personal. Der Tourismus (Hotellerie, Küche, Gastronomie) klagt ebenfalls über Personalmangel. Ingenieurbüros brauchen technische Fachkräfte und Ingenieure, und in der IT-Branche werden Experten für digitale Themen gesucht.

Außerdem gefragt sind qualifizierte Arbeiter, Chauffeure, Lehrer, kommerzielle Spezialisten und Hausangestellte. Die Bandbreite reicht von operativen Tätigkeiten bis hin zu hochqualifizierten Positionen, was die Vielfalt der Anforderungen zeigt.

Wie man sich bewirbt und welche Perspektiven es gibt

Die Schweiz empfiehlt, sich über schweizerische Stellenvermittlungsagenturen wie Adecco zu bewerben, um passende Stellen zu finden. Ein Plus für Grenzgänger ist der Permis G (Grenzgängerbewilligung), mit dem man in der Schweiz arbeiten und in Frankreich wohnen kann. So lässt sich ein Schweizer Lohn mit den geringeren Lebenshaltungskosten in Frankreich kombinieren.

Sozialversicherungen und steuerliche Regelungen sind dabei geklärt: Themen wie Krankenversicherung, Familienzulagen und Altersvorsorge werden berücksichtigt.

Welche Qualifikationen nötig sind und wie die Integration klappt

Für erfolgreiche Bewerbungen ist die Anerkennung von Diplomen wichtig, wobei der Anerkennungsprozess unterschiedlich lange dauern kann. Sprachkenntnisse in Deutsch, Italienisch oder Schweizerdeutsch sind je nach Region gefragt. Von Bewerbern erwartet man außerdem Pünktlichkeit, Genauigkeit und Anpassungsfähigkeit, damit das Einleben ins Schweizer Arbeitsleben reibungslos klappt.

Diese breit angelegte Anwerbungsstrategie zielt darauf ab, die aktuelle und möglicherweise noch schlimmer werdende Knappheit an Fachkräften zu bekämpfen. Behörden sehen Flüchtlingsströme, insbesondere aus der Ukraine und aus Russland, nicht als ausreichende Lösung und setzen stattdessen auf die gezielte Rekrutierung internationaler Talente. Mit diesen Maßnahmen zeigt die Schweiz, wie sie auf Veränderungen reagiert und gleichzeitig internationale Fachkräfte willkommen heißt. Für Interessierte aus dem Ausland eröffnen sich so viele Chancen, in einem der wirtschaftlich stabilsten Länder Europas Fuß zu fassen.