Neue Studie zeigt, wie viel wöchentliche Bewegung den Blutdruck wirksam senkt

Eine aktuelle Studie zeigt einen starken Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität im jungen Erwachsenenalter und der Vorbeugung von Bluthochdruck im späteren Leben. Die Forschung, veröffentlicht im April 2021 im American Journal of Preventive Medicine, macht deutlich, dass ein hohes Aktivitätsniveau bis ins mittlere Alter wichtig ist, um sich vor den gesundheitlichen Folgen von Bluthochdruck zu schützen (Bluthochdruck wird oft als “stiller Killer” bezeichnet).
Was die Studie gezeigt hat
Das Team der University of California, San Francisco (UCSF) untersuchte mehr als 5.100 Erwachsene aus vier US‑Städten. Über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten fanden in regelmäßigen Abständen körperliche Untersuchungen und Fragebögen statt, mit denen körperliche Aktivität, Rauchstatus und Alkoholkonsum erfasst wurden. Der Blutdruck der Teilnehmenden wurde bei jeder klinischen Untersuchung dreimal im Abstand von einer Minute gemessen.
Kirsten Bibbins‑Domingo, Epidemiologin an der UCSF, weist darauf hin, dass sich Aktivitätsgewohnheiten mit dem Alter verändern: “Teenager und jene in ihren frühen 20ern mögen körperlich aktiv sein, aber diese Muster ändern sich mit dem Alter.” Gleichzeitig betont der Erstautor Jason Nagata die Notwendigkeit, die Mindeststandards für körperliche Aktivität anzuheben, weil fast die Hälfte der jungen Erwachsenen suboptimale Aktivitätsniveaus hat, was signifikant mit dem Auftreten von Hypertonie verbunden ist.
Wie Bewegung Bluthochdruck vorbeugen kann
Die Hauptbefunde zeigen, dass mindestens 5 Stunden mäßiger Bewegung pro Woche im jungen Erwachsenenalter — also das Doppelte der derzeit empfohlenen Mindestmenge für Erwachsene — mit einem deutlich geringeren Risiko für Bluthochdruck im Alter von 60 Jahren verbunden sind. Diese Ergebnisse gelten unabhängig von Geschlecht und Rasse. Die Forschenden empfehlen deshalb, das Aktivitätsniveau deutlich zu erhöhen, um die Wahrscheinlichkeit für Hypertonie im Alter zu senken.
Im Alter von 60 Jahren hatten zwischen 80 % und 90 % der schwarzen Männer und Frauen sowie knapp unter 70 % der weißen Männer Bluthochdruck, während etwa 50 % der weißen Frauen betroffen waren. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig es ist, schon früh in Bewegung zu investieren, um spätere gesundheitliche Probleme zu vermeiden.
Welche Hürden es gibt
Trotz der Vorteile von Bewegung gibt es viele Barrieren, die es jungen Erwachsenen schwer machen, aktiv zu bleiben. Der Übergang von der Schule zum College, der Einstieg ins Berufsleben und die Elternschaft sind Phasen, in denen Freizeit oft knapper wird. Nagata erklärt: “Nahezu die Hälfte unserer Teilnehmenden im jungen Erwachsenenalter hatte suboptimale Niveaus an körperlicher Aktivität, was insbesondere nach der High School der Fall sein könnte.” Er nennt außerdem sozioökonomische Faktoren, das Nachbarschaftsumfeld und familiäre Verpflichtungen — besonders für junge schwarze Männer — als Gründe, warum regelmäßige körperliche Aktivität im Erwachsenenalter ausbleiben kann.
Die Studie berücksichtigte allerdings nicht viele soziale und ökonomische Faktoren, die diese Unterschiede erklären könnten, abgesehen vom Bildungsstand bis zum High‑School‑Abschluss. Trotzdem liefert sie wichtige Hinweise darauf, dass das frühe Erwachsenenalter ein besonders günstiger Zeitpunkt für Präventionsmaßnahmen gegen Bluthochdruck ist.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass ein aktives Leben im frühen Erwachsenenalter erheblich dazu beitragen kann, das Risiko für Bluthochdruck im späteren Leben zu senken. Ausreichende körperliche Aktivität schützt nicht nur vor Bluthochdruck, sondern auch vor den damit verbundenen Gesundheitsgefahren wie Schlaganfällen und Herzinfarkten. Die Herausforderung besteht darin, die in der Studie beschriebenen Hürden zu überwinden und langfristig höhere Bewegungsniveaus zu fördern, damit nachhaltige gesundheitliche Vorteile entstehen. Jeder Einzelne ist gefragt, das eigene Aktivitätsniveau zu überdenken und Schritte zu unternehmen, um eine gesündere Zukunft zu sichern.