Unsere Orgel in der Peterskirche

Orgel in der Peterskirche

Orgelprospekt von 1749

Seit der Kirchenrenovierung ins Auge gefasst, wurde sie im Jahr 2013 umgesetzt, die nötige Orgelsanierung. Dass eine Orgel saniert werden muss, ist auf Grund vieler Bauteile, die einem Verschleiß ausgesetzt sind, nichts Ungewöhnliches.

 

Die jetzige Orgel wurde erst 1962 von der Firma Walcker eingebaut. Den denkmalgeschützten Orgelprospekt freilich ziert die Jahreszahl 1749. Vergleichende Nachforschungen des Orgelsachverständigen Burkhart Goethe ergaben, dass Friedrich Philipp Christian Wiegleb aus Bönnigheim die damals einmanualige Orgel mit 9 Registern erbaut hat.

 

Bis 1940 stand die Orgel auf einer eigenen Empore. Sie wurde für die neue zweimanualige Orgel 1940 durch ein Podest ersetzt. Nach der großen Kirchenrenovierung von 1961 musste 1962 auch die Orgel erneuert werden. 

Damals wurde von der Firma E.F.Walcker & Co. aus Ludwigsburg das heutige Instrument mit zunächst 12, jetzt 13 Registern eingebaut und das Untergehäuse der Prospektfront wegen des neuen Brustwerkes erhöht.

 

Das Obergehäuse ist außer den Prospektpfeifen Originalbestand der Wiegleb-Orgel von 1749. Die Orgel ist in blaugrünem Farbton gehalten, verziert durch Ornamentbemalung mit Engelsköpfen und einer Taube (in der Mitte) und geschnitzte Ornamente im Akanthusstil. 

Der Orgelprospekt ist besetzt mit je 9 Principalpfeifen im Mittelturm und den beiden Seidentürmen sowie je 8 Principalpfeifen in den Zwischenfeldern.

 

Zunächst für den Laien einige Informationen zur Orgel als Instrument:

Bei der Orgel wird der Klang durch Pfeifen erzeugt, die durch einen Luftstrom angeblasen werden. Vom Spieltisch aus kann der Organist bzw. die Organistin Pfeifenreihen, so genannte Register, verschiedener Tonhöhe und Klangfarbe ansteuern, sei es über die beiden Manuale mit ihrer Klaviatur oder über das Pedal, denen die Register jeweils zugeordnet sind. Dabei wird der Druck auf die Taste mechanisch zu den Ventilen unter den Pfeifen geleitet, die den vom Orgelmotor (Winderzeuger) erzeugten Wind in die gewünschten Pfeifen strömen lassen.

Wenn der Organist oder die Organistin eine Taste drückt, erklingt pro gezogenem Registerknopf eine Pfeife (bei der Mixtur sogar 4 Pfeifen), so dass ein entsprechender Klang mit Obertönen erzeugt wird. Dies kann noch erweitert werden durch die Möglichkeit des Koppelns mit den Registern des anderen Manuals oder des Pedals - und natürlich durch das gleichzeitige Anschlagen mehrerer Tasten und der zugehörigen Pfeifen. So erklingt gewissermaßen ein kleines Orchester beim Orgelspiel.

Die beiden Manuale umfassen jeweils 56 Tasten von C bis g''' - hinzu kommt das Pedal mit 30 Tasten von C bis f'. 

 

 

Disposition:

Folgende Register (und Pfeifen) enthält die heutige Orgel:

 

I. Manual (Hauptwerk):

1. Metallflöte  8' (56 Pfeifen aus Naturguss)

2. Prinzipal    4' (56 Pfeifen aus Zinn)

3. Feldflöte 2' (56 Pfeifen aus Zinn)

4. Mixtur 4fach 1⅓ ' (56 Pfeifen aus Zinn)

1' (56 Pfeifen aus Zinn)

⅔' (56 Pfeifen aus Zinn)

½' (56 Pfeifen aus Zinn)

 

II. Manual (Brustwerk):

5. Gedeckt 8' (56 Pfeifen aus Sperrholz)

6. Rohrflöte 4' (56 Pfeifen aus Naturguss)

7. Quinte 2⅔' (56 Pfeifen aus Naturguss)

8. Prinzipal 2' (56 Pfeifen aus Zinn)

9. Terz 1³⁄5' (56 Pfeifen aus Zinn)

10. Zimbel 2-3fach  

½' (56 Pfeifen aus Zinn)

⅓' (56 Pfeifen aus Zinn)

¼' (38 Pfeifen aus Zinn)

    Tremulant

 

Pedal:

11. Subbass 16' (30 Pfeifen aus Tannenholz)

12. Octavbass 8' (30 Pfeifen aus Zinn)

13. Hohlflöte 4' (30 Pfeifen aus Naturguss)

 

Koppeln:

II / I , I / P , II / P

 

Was muss nun an der Orgel gemacht werden bei der Orgelsanierung?

Dringend nötig ist eine alle 15 - 20 Jahre übliche Hauptausreinigung und Instandsetzung (zuletzt 1998 erfolgt). 

Die Windanlage muss durchgesehen und repariert werden, die Spieltraktur und die Registermechanik. Und alle 912 Pfeifen müssen gereinigt und gegebenenfalls gerichtet werden. 200 Arbeitsstunden sind dafür einzukalkulieren. Ferner müssen die Schleifendichtungen in allen Windladen erneuert werden, wofür weitere 65 Arbeitsstunden benötigt werden. Schließlich müssen die alten Bleipulpeten in den Windladen ausgetauscht werden, was noch einmal 20 Arbeitsstunden erfordert.

Schon erfolgt ist im vergangenen Jahr vorab der Einbau eines neuen Orgelmotors (Winderzeugers) mit 14 m³ Windleistung.

 

Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 20.000 €. 

Eine neue Orgel dieser Größenordnung kostet etwa das Zehnfache.

Da es für Orgeln keine Zuschüsse der Landeskirche gibt, müssen wir das Geld für die Orgelsanierung selber aufbringen. Aber das sollte uns dieses Instrument auch wert sein. Wo sonst gelingt es wie an der Orgel Gott zu loben mit Händen und Füßen?

 

"Soli Deo Gloria" - stand auf der eingepackten Orgel während der Kirchenrenovierung. Dieses Motto hatte schon Johann Sebastian Bach für seine Orgelwerke und seine ganze Kirchenmusik gewählt. Soli Deo Gloria - Gott allein die Ehre!